Innendämmung im schützenswerten Altbau

Sanieren und bewahren

Das Fraunhofer IBP betreibt mit seiner Arbeitsgruppe »Denkmalpflege und Bauen im Bestand« das Fraunhofer-Zentrum für energetische Altbausanierung und Denkmalpflege im Kloster Benediktbeuern. Ziel des Zentrums ist es, neue Methoden und Verfahren für die Sanierung von historischen Bauten zu entwickeln, aber auch bestehende Techniken zu demonstrieren und deren Wirkungsweise zu zeigen.

Im Juni 2012 fiel unter Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie der Startschuss für ein Forschungsvorhaben zur reversiblen Innendämmung im Altbau und Baudenkmal. Mit einem interdisziplinären Ansatz arbeiten in Benediktbeuern die Abteilungen Raumklima, Hygrothermik und ganzheitliche Bilanzierung gemeinsam unter Leitung der Arbeitsgruppe »Präventive Konservierung und Denkmalpflege«.

Bei dem Forschungsprojekt stehen innovative Lösungen zur Innendämmung im Baubestand sowie die Weiterentwicklung vorhandener Produkte für die Denkmalpflege im Fokus. Hierbei ist vor allem die Frage der Reversibilität von großer Bedeutung. Innenraumoberflächen in historischen Gebäuden sind oft mit einer Vielzahl von übereinander liegenden Farbfassungen, also bunten und teilweise ornamentalen Anstrichen, versehen. Diese Schichten sind materielle Zeugnisse der Vergangenheit und geben Aufschluss über den jeweiligen Zeitgeschmack. Beim Einbau von Dämmplatten werden diese Oberflächen üblicherweise mit Montageklebern verdeckt, die bei einem späteren Rückbau die historischen Befunde mit ablösen und zerstören.

Ziel ist daher die Entwicklung von Systemen für eine rückbaubare Montage der Innendämmung, die bei einfacher Applikation mit möglichst geringem Verlust an wertvoller, historischer Bausubstanz auskommt.

Als Dämmstoffe sind sowohl innovative, hochdämmende und dabei dünne Systeme, als auch Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen vorgesehen. Die insgesamt zehn unterschiedlichen Dämmvarianten werden im Fraunhofer-Zentrum Benediktbeuern eingebaut und messtechnisch untersucht. Jede der etwa zehn Quadratmeter großen Wandflächen schließt dabei eine Fensteröffnung mit ein, um auch die Leibungs- und Anschlussproblematik zu untersuchen.

Die Materialien und Systeme werden in diesem Forschungsvorhaben vorab simulativ mit der Software WUFI® und vor Ort messtechnisch auf ihre Eignung, Wirkungsweise und Dauerhaftigkeit im Altbaubestand und Denkmalbereich untersucht. Dabei stehen Schadensfreiheit, Schimmelpilzrisiken und Energieeffizienz im Vordergrund. Diese Kriterien spielen für die Akzeptanz im schützenswerten Altbau und denkmalgeschützten Gebäude eine essenzielle Rolle.